Veröffentlichung: 19. Januar 2026

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Alles im Griff – Gestaltungsfreiheit mit TPS


Yvonne Stockhammer, Market Manager Consumer bei KRAIBURG TPE informiert, über die Gestaltungsmöglichkeiten von TPS (Thermoplastische Styrol-Blockcopolymeren). Ob High Grip, Smooth Touch, Low Friction, Haftung zu Thermoplasten oder Zulassungen für Lebensmittelkontakt – die Modifizierungsmöglichkeiten von TPS-Compounds lassen großen Spielraum zu. Lesen Sie hier mehr.

Wie die Materialauswahl Form, Funktion und Wahrnehmung prägt

Thermoplastische Elastomere (TPE) sind seit vielen Jahren in unterschiedlichen Industrien bekannt und etabliert. Ihre besondere Stellung ergibt sich aus der Kombination elastischer Eigenschaften mit der Verarbeitbarkeit klassischer Thermoplaste. 

Innerhalb dieser Werkstofffamilie existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Klassen, darunter TPV, TPU, TPO, TPA, TPC und TPS. Jede dieser Produktklassen adressiert spezifische Anforderungen – von mechanischer Belastbarkeit über chemische Beständigkeit bis hin zu optischen und haptischen Merkmalen. Mehr Infos darüber finden Sie in unserem KRAIBURG TPE Blog zu TPE-Klassen.

Heute möchten wir Ihnen mehr Informationen zu Styrol-Block-Copolymer-basierten TPE liefern: TPS. Diese Werkstoffklasse zeichnet sich unter anderem durch ein breites Härtespektrum, eine sehr gute Modifizierbarkeit sowie eine hohe Eignung für Mehrkomponentenanwendungen aus. 

Für Designer und Produktentwickler eröffnet TPS damit vielfältige Möglichkeiten, funktionale und sensorische Anforderungen gezielt zu beeinflussen. Neben mechanischen Eigenschaften spielen dabei insbesondere Oberfläche, Haptik und Farbe eine zentrale Rolle.
 

Oberfläche und Haptik als Designparameter

TPS bieten ein außergewöhnlich großes Spektrum an Einstellmöglichkeiten im Bereich der Oberflächencharakteristik. Je nach Formulierung lassen sich Eigenschaften wie High Grip, Smooth Touch, Low Friction oder Soft Touch realisieren. 

Diese Bandbreite erlaubt es, Produkte nicht nur funktional, sondern auch sensorisch differenziert auszulegen. Gerade in Anwendungen mit direktem Nutzerkontakt wird die Oberflächenwahrnehmung als Qualitätsmerkmal verstanden.
In Kombination mit der exzellenten Einfärbbarkeit von TPS ergeben sich zusätzliche Freiheitsgrade im Design. Farbstabilität, brillante Farbtöne und reproduzierbare Ergebnisse sind wichtige Voraussetzungen für eine konsistente Marken- und Produktgestaltung. 

Hinzu kommt die sehr gute Haftung von TPS auf gängigen Hartkomponenten wie Polypropylen (PP), PC/ABS oder Polyamid (PA). Diese Eigenschaft macht TPS besonders attraktiv für den Mehrkomponentenspritzguss und trägt dazu bei, Montageprozesse zu reduzieren und die Bauteilqualität zu erhöhen.
 

Griffapplikationen als typisches Einsatzfeld

Ein klassisches Anwendungsfeld für TPS sind Griffapplikationen. Ob im Konsumgüterbereich, in der Medizintechnik, bei Haushaltsgeräten oder in industriellen Anwendungen – überall dort, wo Produkte sicher, komfortabel und intuitiv gehalten werden sollen, kommt es auf die richtige Materialwahl an. 

TPS wird hier marktübergreifend eingesetzt, da es funktionale Anforderungen wie Rutschfestigkeit und Dämpfung mit ästhetischen Aspekten verbindet. Ein anschauliches Beispiel ist die Zahnbürste - sie vereint zahlreiche Anforderungen, die den Einsatz von TPS sinnvoll machen.

Anwendungsbeispiel Zahnbürste

Bei Zahnbürsten spielt die Haftung zwischen Weich- und Hartkomponente eine zentrale Rolle. TPS haftet zuverlässig auf PP, einem häufig verwendeten Hartkunststoff für Bürstenkörper. Diese Haftqualität ist insbesondere im Mehrkomponentenspritzgussverfahren von Bedeutung, da sie langlebige Verbunde ohne zusätzliche Klebe- oder Fügeschritte ermöglicht.

Die sehr gute Einfärbbarkeit von TPS erlaubt es, funktionale Zonen visuell hervorzuheben oder gestalterische Akzente zu setzen, ohne Kompromisse bei der Materialperformance einzugehen. Gleichzeitig bietet das breite Verarbeitungsfenster von TPS eine hohe Flexibilität bei der Umsetzung komplexer Geometrien. Ergonomisch optimierte Griffzonen, weich fließende Übergänge und differenzierte Oberflächenstrukturen lassen sich prozesssicher realisieren.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist der Nutzungskomfort. Soft-Touch-Oberflächen mit definiertem Grip sorgen auch im nassen Zustand für eine sichere Handhabung. Gerade im täglichen Gebrauch führt diese Kombination aus Ergonomie und angenehmer Haptik zu einem spürbaren Mehrwert für Anwendende. Bei elektrischen Zahnbürsten kommt zusätzlich die Anforderung an Langlebigkeit hinzu: TPS bietet hier eine gute Balance aus Elastizität und mechanischer Beständigkeit über die gesamte Lebensdauer des Produkts.

Nicht zuletzt sind regulatorische Anforderungen zu berücksichtigen. TPS kann so formuliert werden, dass es relevanten Food-Regularien entspricht, was für Produkte mit regelmäßigem Haut- und Mundkontakt unerlässlich ist.
 

Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen

Auch im Zahnbürstensegment gewinnt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Ein nachhaltiger Produktansatz für TPE kann beispielsweise über ISCC PLUS zertifizierte, massenbilanzierten Materialien umgesetzt werden. Diese ermöglichen es, trotz hoher regulatorischer Anforderungen einen Beitrag zur steigenden Nachfrage nach nachhaltigeren, bio-zirkulären Werkstoffen zu leisten. 

Für Hersteller und Marken ergibt sich damit die Möglichkeit, Materialinnovationen mit strategischen Nachhaltigkeitszielen zu verbinden, ohne Abstriche bei Qualität oder Performance hinnehmen zu müssen. 

Fazit

TPS zeigen exemplarisch, wie vielseitig Thermoplastische Elastomere heute eingesetzt werden können. Die Kombination aus funktionaler Performance, Designfreiheit, prozesstechnischer Flexibilität und regulatorischer Konformität macht vor allem diesen Werkstoff zu einem relevanten Baustein moderner Produktentwicklung – insbesondere dort, wo Haptik, Ergonomie und Langlebigkeit im Fokus stehen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Einsatz von Thermoplastischen Elastomeren gemacht? Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen. 

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