Veröffentlichung: 10. April 2026

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TPE in Spielzeugen


Matthias Wagner, Head of Sales Consumer EMEA informiert über Thermoplastische Elastomere in Kinderspielzeugen und Babyartikeln. Warum TPE sich ideal für den Einsatz bei Spielzeugen eignen und Kinderaugen zum Leuchten bringen erfahren Sie hier.

TPE in Kinderspielzeugen – vielseitig, sicher und funktional


Thermoplastische Elastomere auf Styrol-Block-Copolymerbasis (TPS) verbinden zwei Materialwelten: die Elastizität klassischer Kautschuke mit der effizienten Verarbeitbarkeit von Thermoplasten. Sie lassen sich im Spritzguss präzise und wirtschaftlich verarbeiten, sind recyclingfähig und bringen vielfältige Eigenschaften mit. Gerade im Umfeld von Kinder- und Babyprodukten, wo Sicherheit, Haptik, Design und regulatorische Konformität gleichermaßen zählen, spielen TPS ihre Stärken aus.

Breites Härtespektrum für mehr Sicherheit

Ein zentraler Vorteil ist das außergewöhnlich breite Härtespektrum – von Shore00 über Shore A bis in Shore D Bereiche. Besonders hervorzuheben sind die extrem weichen Härtegrade innerhalb dieser Materialklasse. Für Spielzeuge bedeutet das eine spürbare Verringerung des Verletzungsrisikos, etwa bei Stürzen oder Zusammenstößen. Gleichzeitig ermöglichen diese weichen Einstellungen ausgeprägte Grip- und Anti-Rutsch-Eigenschaften. Kinderwerkzeuge, Motorikspielzeuge oder Bedienelemente profitieren von Soft-Grip-Zonen, die sicheren Halt bieten und die Feinmotorik unterstützen.

Darüber hinaus besitzen TPE dämpfende Eigenschaften. Sie absorbieren Stöße und schützen sowohl das Produkt als auch seine Umgebung. Das zeigt sich beispielsweise bei Fallschutzhüllen für Musikboxen oder bei Wurfspielzeugen Auch Reifen von Spielfahrzeugen sind typische Anwendungen: TPE-Reifen laufen geräuscharm, hinterlassen keine Spuren auf Böden und bieten zugleich ausreichende Elastizität.

Haftung als sicherheitsrelevanter Faktor

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Haftung in Mehrkomponenten-Anwendungen. TPE können mit verschiedenen Thermoplasten wie PP, PA oder PC/ABS kombiniert werden. Eine hohe Haftkraft ist hier entscheidend – insbesondere bei Produkten für Babys und Kleinkinder.

Bei Beißringen muss das TPE zuverlässig auf einem PP-Träger haften, um Materialablösungen zu verhindern. Gleiches gilt für Babylöffel oder Flaschengriffe: Die mechanischen Eigenschaften müssen so ausgelegt sein, dass kein Material abgebissen werden kann. Hoher Weiterreißwiderstand und strukturelle Integrität sind hier essenziell und stellen einen zentralen Sicherheitsaspekt dar.
 

Farben, Transparenz und Oberflächenvielfalt

Spielzeug lebt von Gestaltung. TPE lassen sich in nahezu allen Farbtönen einfärben – von kräftigen Primärfarben bis hin zu sanften Pastelltönen. Thermoplastische Elastomere überzeugen mit weitreichenden Gestaltungsmöglichkeiten und einer präzisen Einfärbbarkeit.

Auch hochtransparente Compounds sind möglich, beispielsweise für hinterleuchtete Spielelemente, bei denen Licht und Materialästhetik kombiniert werden können. Transparenz eröffnet zusätzliche Designoptionen, ohne auf mechanische Performance verzichten zu müssen.
Die Oberflächenmodifizierbarkeit erweitert das Spektrum zusätzlich: High-Grip-Oberflächen sorgen für sicheren Halt, während Low-Friction-Varianten in Anwendungen wie Baby-Sonnenbrillen ein angenehmes Tragegefühl gewährleisten. Zudem können sichtbare Pigmente oder Sparkle-Effekte integriert werden. Durch hervorragende Fließeigenschaften lassen sich Narbungen und strukturierte Oberflächen präzise ausprägen.

Hygiene und Alltagstauglichkeit

Kinderspielzeuge werden intensiv genutzt. Entsprechend wichtig sind leicht zu reinigende Oberflächen. TPE sind in der Regel einfach zu säubern und zu desinfizieren. Sie sind abriebfest und chemisch beständig. Bei Spielekonsolen oder elektronischem Spielzeug sorgt eine „Smooth Touch“-Haptik für angenehmen Hautkontakt bei gleichzeitig hoher Widerstandsfähigkeit. Diese Kombination aus Komfort und Robustheit ist im täglichen Gebrauch besonders relevant.

Typische Spielzeuganwendungen

Die Bandbreite an Anwendungen ist groß: weiche Elemente wie zum Beispiel flexible Hörner oder Flügel bei Spielfiguren, bemalbare Oberflächen, faltbare Sandeimer mit hoher Elastizität oder funktionale Bauteile, die gezielt Verformung ermöglichen. Auch als Dichtelemente kommen TPE zum Einsatz. 

Reifen für Spielfahrzeuge profitieren von der Abriebfestigkeit des Materials, während Soft-Grip-Tasten und ergonomische Bedienelemente die motorische Entwicklung unterstützen und eine sichere Handhabung ermöglichen. 

Und nicht zuletzt wissen auch Eltern TPE zu schätzen – spätestens dann, wenn sie nachts im Kinderzimmer auf spitze Flossen, Flügel oder anderes Spielzeug treten: Dank des weichen Materials bleibt der nächtliche Schmerz deutlich geringer als bei harten Kunststoffen. 

Regulatorische Anforderungen

Spielzeuge unterliegen klar definierten gesetzlichen Vorgaben. Die DIN EN 71-3 limitiert unter anderem den Einsatz schwermetallhaltiger Inhaltsstoffe. Materialien müssen hinsichtlich Migration, mechanischer Belastbarkeit und chemischer Zusammensetzung geprüft werden.

Im Babybereich sind die Anforderungen noch anspruchsvoller, insbesondere bei Anwendungen mit Lebensmittelkontakt. Ein Beispiel hierfür sind Babylöffel. Hier gelten Regularien wie die EU 10/2011, US FDA CFR 21, GB 4806.7-2023 sowie MERCOSUR (GMC Res. No. 03/92, 02/12, 39/19). Zudem werden spezielle Migrationstests erforderlich.

TPE in Babyaccessoires

Gerade bei Babyprodukten zeigt sich die Vielseitigkeit von TPE besonders deutlich. Beißringe benötigen Weichheit, sichere Haftung und hohe Weiterreißfestigkeit. Babylöffel müssen weich genug sein, um Verletzungen im Mundraum zu vermeiden, gleichzeitig aber mechanisch robust bleiben.

Bei Schnullern bieten TPE eine transparente Alternative zu vollvernetzten Silikonen. Babyflaschen profitieren von rutschfesten Griffzonen, die es dem Kind ermöglichen, die Flasche selbstständig zu halten. Saugnäpfe aus TPE fixieren Babygeschirr sicher am Tisch. Auch Babyzahnbürsten für das frühe Zahnungsstadium werden oftmals komplett aus weichem TPE hergestellt.
 

Nachhaltigkeit im Blick

Neben Performance und Sicherheit gewinnt Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. TPE-Compounds können mit bio-basierten Rohstoffen oder Recyclinganteilen formuliert werden. Auch ISCC PLUS massenbilanzierte Lösungen sind umsetzbar. Dadurch lässt sich die Nachfrage nach nachhaltigeren Rohstoffen steigern, ohne regulatorische Standards zu kompromittieren.

Fazit

TPS-basierte TPE bieten im Bereich Kinderspielzeug und Babyaccessoires ein technisch ausgereiftes, vielseitiges Eigenschaftsprofil. Sie vereinen Weichheit, Haftung, Designfreiheit, Hygiene und regulatorische Konformität in einem Materialkonzept. Gerade in sensiblen Anwendungen, bei denen Sicherheit oberste Priorität hat, ist diese Kombination entscheidend. Wir von KRAIBURG TPE haben zahlreiche Compounds entwickelt und bereits am Markt etabliert, die Kinderaugen zum Leuchten bringen. Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte und den Austausch mit Ihnen. 

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